Motivation

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Etwas über meine Motivation

 

Eine wichtige Ausgangsposition in meiner Arbeit ist, dass wir in meinen Augen alle im gleichen Boot sitzen, ob „behindert“ oder „nicht-behindert“.

Ich bin u.a. genau so verletzlich und voller Sehnsucht und genau so sterblich, wie die Menschen, mit denen ich arbeite. Wir sind alle verwundet und es sind genau diese Wunden, die unser Herz weich machen (können!).

Ich mache diese Arbeit um mein Herz weiter und offener zu machen, sie ist meine Medizin.

 

Der Körper ist ein unfassbares Wunder, ob jetzt „behindert“ oder nicht.

Was sich darin für Prozesse abspielen und wie die aufeinander abgestimmt sind, ist von einer Genialität, die sich niemand ausdenken könnte. Das zu sehen verursacht Staunen. Genau so ist die uns umgebende Natur von einer Kraft und einem Einfallsreichtum erfüllt, die überwältigend ist. Und dann noch das uns umgebende Universum! In diesem Bewusstsein erscheint es fast lächerlich, die Aufteilung „behindert“ oder „nicht-behindert“ aufrecht zu erhalten.

Jeder Körper/ jedes Wesen ist ein absoluter Schatz. In diesem Staunen kann ich einen so genannten behinderten Menschen berühren.

Er/sie ist dann nicht „krumm“ und „verhaltensgestört”und „krank“, er/sie ist ein lebendiges Wunder, das sich nicht einfach einordnen lässt.

Durch eine Berührung in diesem Bewusstsein, ohne Angst und Ablehnung oder Mit-Leid, sondern mit Mit-Gefühl und Staunen darüber, wieviel Intelligenz hier im Spiel ist, ist es meiner Meinung nach möglich, jemandem ein gutes Gefühl über seine(n)/ ihre (n) Sexualität/Körper zu vermitteln. Aus diesem Bewusstsein heraus wächst auch eine bestimmte Freundlichkeit, die nicht aus Schwäche kommt und die nicht überheblich ist. Diese Freundlichkeit kann für andere und natürlich für einem selbst, heilsam sein.

 

Jeder Mensch braucht achtsame körperliche Berührung. Zärtlichkeit empfangen und geben bereitet uns Freude am Leben. Wenn wir dies nicht haben, fehlt uns meist etwas. Es kann zu Aggression oder Depression (unterdrückte Gefühle) führen.

Der Grund dafür, dass Menschen mit Behinderung es oft noch schwerer haben in den Bereichen Sexualität und Beziehungen eigene, würdevolle Erfahrungen zu machen, ist neben eine fehlende Integration/ Inklusion auch ein, im allgemein sehr beschränkter Umgang mit Sexualität. Sie ist degradiert zu oberflächlicher Lustbefriedigung zwischen Körpern, die einem Idealbild entsprechen sollen. Unter diesen äußerlichen Idealvorstellungen leiden nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch viele Frauen und alte Menschen und bestimmt auch viele Männer. Nicht wenige Menschen mit Behinderung haben nur Zugang zur Sexualität über Pornofilme und Zeitschriften. Ich glaube nicht, dass es davon viele gibt, die eine schöne, würdevolle Sexualität darstellen. Sexuelle Erwartungen, geprägt von dieser Art von Darstellung, sind nicht die, die ich persönlich bedienen kann/möchte. Es ist auch der Grund warum ich es teilweise bevorzuge, mit Menschen mit einer kognitiven Behinderung zu arbeiten, obwohl ich die Arbeit mit körperlich behinderte oder schwerkranken Menschen nicht ausschließe. Durch ihre kognitive Behinderung sind sie oft mehr in Kontakt mit ihrer wahrhaftigen Körperlichkeit/ Sexualität, sie sind mehr in der Lage, einen Moment zu genießen, ohne daraus alle möglichen Geschichten zu basteln. Sie sind oft nicht oder weniger geprägt, wie wir kognitiv „Normalen“ von allen möglichen unreflektierten Definitionen von den Begriffen Sexualität und Liebe.

 

Die Menschen, die es zu ihrem Beruf gemacht haben, behinderte Menschen zu begleiten oder zu assistieren, gehören natürlich zu den „Normalen“.

Das heißt, sie sind von den allgemein gültigen gesellschaftlichen Normen geprägt,

die die eigene Lebendigkeit oft nicht gerade unterstützen.

In meinen Augen ist es von großer Wichtigkeit, dass Menschen, die im Behinderten oder auch Pflegebereich arbeiten, eine entspannte, offene Haltung ihrer eigenen Sexualität gegenüber haben. Wenn das nicht der Fall ist, werden sie auch nicht angemessen auf die Bedürfnisse ihrer „Schützlinge“ eingehen können. Sie werden eigene Bedürfnisse projizieren oder das, was sie wahrnehmen, leugnen.

Dann wird Missbrauch möglich, weil mit dem Thema nicht offen und ehrlich umgegangen wird. Ich glaube da gibt es noch viel zu tun, wenn wir nicht wollen, dass die behinderten oder alten Menschen noch extra behindert werden durch eine mangelnde Offenheit des Personals.

 

In Dänemark ist es gesetzlich festgelegt, dass ein Betreuer/in mit-verantwortlich ist für das Wohlbefinden seiner Klient/in und dazu gehört auch das sexuelle Wohlbefinden. Ich rede hier von passive (!) und keine aktive Sexualassistenz. Es ist dort gängig, dass das Mitarbeiter oder Pflegedienstleitungen, wenn nötig oder sinnvoll, Besuche bei Prostituierten organisieren, oder helfen diese Kontakte zu knüpfen.

 

Ich biete interaktive Vorträge an für Mitarbeiter von Einrichtungen. Da ist es meine Aufgabe, eine Atmosphäre zu schaffen in der genug Vertrauen entsteht, um u.a. einen ehrlichen Blick auf die eigene Normen und Werten bezüglich Sexualität und wie die entstanden sind, zu werfen und auch mitzuteilen was wahrgenommen wird.

Ich zeige Teile aus Fernsehbeiträgen oder Filmen, die über meine Arbeit gemacht wurden und erzähle über meine Erfahrungen, damit sie zugänglich und transparent wird und die Fremdheit und auch die Vorurteile genommen werden.

 

Durch meine Arbeit lerne ich Menschen kennen, die Mut aufbringen müssen und das auch tun. Sie müssen über Grenzen gehen. Die Eltern, die den Mut haben wahrzunehmen, dass ihr behindertes „Kind“ ein sexuelles Wesen ist.

Der/die schwerst körperlich Behinderte, der/die sich seine/ihre sexuelle Erfüllung nicht nehmen lässt, aus Angst vor Ablehnung.

Der/die Assistent(in), der/die es wagt im Team dieses Thema anzusprechen.

Die Tochter oder der Sohn eines älteren Menschens, die sich bereit finden Vater oder Mutter´s Sexualität nicht auszublenden, wenn sie auftaucht... und so weiter.

Das inspiriert mich, auch in meinem Leben mutig zu sein.

 

 

 

Kontakt und Info:

Nina H. de Vries

Sexualassistenz & Fortbildung

www.ninadevries.com

0331 - 58 85 458

0179 - 42 40 379

Email: nina_devries@web.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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